Archive for the ‘Gedanken’ Category

Hallo Lampenfieber, da bin ich!

Friday, March 14th, 2008

Heute findet endlich die Premiere im Kino statt.

Nach zwei stressigen letzten Wochen der Vorbereitung ist der große Tag gekommen. Zwei Wochen voller letzter Überlegungen, voller Feinschliff, voller Konvertierungen in diverse Formate. Zwei Wochen in denen man sowas nachts um halb elf eigentlich nicht sehen will…
Video-Bitrate zu hoch

Schlussendlich hat nun doch noch alles geklappt. Der fertige Film liegt vor, die DVDs sind fertig. Jetzt fehlt nur noch eine große Einkauftour und die Premiere kann kommen.

Wie es meine Art ist, habe ich natürlich keine Rede vorbereitet. Sollte das vielleicht ein Fehler gewesen sein? Ich bin wirklich gespannt! Wirklich gespannt auf das Publikum, auf die Atmosphäre und auf die Reaktionen.

Zum ersten Mal wird ein Film der KintzeBros vor öffentlichem Publikum aufgeführt. Das ist vielleicht der entscheidende Moment und ein Wegweiser für die Zukunft. Das lindert meine Aufregung nicht wirklich.

Zumindest weiß ich, was ich vor dem Film sagen werde: “Film ab!

Wie eine Szene entsteht…

Wednesday, December 5th, 2007

Bilder vom Dreh in SchorndorfDa der Schnitt gerade ziemlich gut läuft habe ich mir eine kurze Pause gegönnt und verbringe den Abend zur Abwechslung mal zu Hause. Und spontan wird mir langweilig, da findet sich ein wenig Zeit um euch einen kurzen Überblick über die Entstehung einer ausgewählten Szene aus “Sinfonie eines Krieges” zu geben.

Razzia:

Zum Locationscouting gehört entweder viel Erfahrung und Ortskenntnis oder aber eine gehörige Portion Glück und ein offenes Auge für magische Orte. Wir hatten letzteres und mussten “nur” noch die Drehgenehmigung organisieren. Ausserdem ist wichtig bei Locations (vor allem draussen) einige wichtige Punkte zu klären: Strom, Toiletten, Geräuschpegel, eventuell schattenwerfende Umgebung und Erreichbarkeit.

Da wir einen super-freundlichen Hausmeister gefunden haben, hatten wir dort nahezu jeglichen Komfort.

Sobald die Location klar ist, kann sinnvoll am Storyboard gezeichnet werden. Wie löse ich die Szene ohne Achssprünge auf? Welche Einstellungen sind notwendig? Was wird voraussichtlich im Bild sein?

Mit einem guten Storyboard kann eigentlich fast nichts mehr unvorbereitet auftreten. Alle Abteilungen wissen genau was zu sehen sein wird - also kann man gezielt für diese Schüsse planen. Achssprünge können schon in der Planung vermieden werden.

Dann kommt der große Tag. Wenn es nicht Murphies Gesetz gäbe, wäre der Dreh selbst eigentlich nur Routine.

Wenn dann ein Band in der Kamera war, der Kameramann den Auslöser getroffen hat, die Tapes nachher gesichert wurden und der Ton nicht spontan Akkuprobleme hatte, dann könnten am Schluss solche oder ähnliche Bilder enstehen.

Bilder vom Dreh in SchorndorfUnd nach einem bisschen Schnitt, einer gehörigen Portion Farbkorrektur, einer Prise Soundmastering und einigen Happen Soundtrack kommt am Ende ein Film bei raus.

Bei uns hat der Dreh wunderbar funktioniert und euch wünsche ich viel Erfolg bei euren Projekten!

Also bitte nicht den Kopf in den Sand sondern in den Monitor stecken. :-)

Gedanken zum Film

Friday, November 30th, 2007

Von Drehbuchautor Maximilian Junghanß.

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Bildgestaltung von Kersten Hanke.

Ein kleines Dorf irgendwo in Afrika: Jeder geht seinem Tagesgeschäft nach. Alle sind heute einigermaßen glücklich, denn sie haben genug zu essen. Vor drei Tagen war eine Lieferung Lebensmittel der UN Hilfskräfte gekommen. Plötzlich vernimmt man Lärm aus dem Süden. Man kann schon eine Staubwolke sehen und jeder in dem kleinen Dorf gerät in Angst. Als die verrosteten Jeeps und Transporter den Dorfplatz erreichen springen von den Ladeflächen schwer bewaffnete Rebellen herunter. Sie bedrohen die Dorfbewohner und machen sich einen Spaß daraus sie zu erniedrigen. Ein Mann aus dem Dorf hatte nicht alle seine Lebensmittel zum Dorfplatz gebracht, um ein wenig für seine Familie zu behalten und so vielleicht bis zur nächsten Hilfslieferung überleben zu können. Leider finden die Rebellen seine Vorräte und schlagen ihn, bis er von ihnen umzingelt und im Gesicht blutend auf den Knien um Gnade fleht. Es wird ihm kaltblütig in den Rücken geschossen. Der Anführer der Rebellen lacht laut heraus, als der „dreckige Bastard“ tot nach vorne kippt. Hinter dem Toten steht ein kleiner Junge von vielleicht 12 Jahren mit einer noch rauchenden AK-47 in den Händen. Er musste seine ganze Kraft aufbringen um das schwere Gewehr nicht fallen zu lassen als er abdrückte um dem wehrlosen Familienvater in den Rücken zu schießen.

Bei einer solchen Szenerie denkt man nur: Unvorstellbar!

Unvorstellbar?, leider Gottes eher traurige Realität, nicht nur in den ärmsten Ländern Afrikas, sondern auf der ganzen Welt. Für Menschen in Mitteleuropa, in den Industriestaaten, denen es gut geht und die nur einen einzigen täglichen Kampf, den gegen die stetig steigenden Ölpreise, kennen ist es tatsächlich unbegreiflich, wie kleine Kinder einfach so einen Menschen umbringen können. Es sind doch genau solche Kinder wie die, die bei ihnen vorm Haus auf dem Spielplatz spielen und gelegentlich weinend zu Mama gerannt kommen, weil ihnen ein größeres Kind den Ball weggenommen hat. Sind das wirklich die gleichen Kinder? Würden „unsere“ Kinder auch so etwas tun, wenn sie unter anderen Verhältnissen aufwachsen würden? Würden diese Kinder dort vielleicht auch lieber in die Schule gehen und Fußball spielen anstatt Menschen zu erschießen?

Wir beschäftigen uns nicht gerne mit solchen Fragen, weil sie uns so viel Angst machen und uns diese Probleme außerdem so weit weg vorkommen. Genau diese Problematik wird in „Sinfonie eines Krieges“ aufgegriffen. Dieser Film macht klar, dass die friedlichen Zeiten in denen wir derzeit leben nicht dauerhaft sein müssen. Was wäre wenn es eines Tages doch zum dritten Weltkrieg kommt? Was wenn uns hier in unserem Europa, wie wir es kennen, plötzlich wieder Panzer auf den Straßen begegnen. Was wenn wir uns plötzlich verstecken müssen, wenn wir nicht mehr in den Supermarkt gehen können und einfach alles was wir zum Leben brauchen in ein paar Läden um die Ecke kaufen können.

Und was wäre danach?
Sicherlich kann sich jeder ein Bild davon machen wie Krieg aussieht, manch einer hat es möglicherweise auch schon erlebt. Aber können wir uns vorstellen wie es ist, im Krieg zu LEBEN? Eine Frau oder einen Mann kennen zu lernen, eine Familie zu gründen und Kinder großziehen? Was passiert da mit einem Menschen? Wie empfindet er? Wie verhält er sich anderen gegenüber?

Der Hauptcharakter in Volker Kintzingers Film, Tom, ist im Krieg aufgewachsen, sowie die meisten Menschen um ihn herum auch, doch im Gegensatz zu den Anderen macht er sich Gedanken um die Bedeutung des Krieges. Es wird deutlich, dass fast alle Menschen irgendwann aufgehört haben darüber nachzudenken, was sie tun. Es ist einfach ihr Leben und so ist es eben. Sie kennen es nicht anders.

Die Worte, mit denen Tom schließlich seinen Gedanken Ausdruck verleiht, bringen dann auch den gegnerischen Söldner zum Nachdenken. Somit wird Tom zum tragischen Helden dieser fiktiven Kriegsdarstellung und bringt sicherlich auch den Zuschauer zum nachdenken.

Edward Teller sagte einmal:
Der Krieg ist nicht undenkbar, aber es ist unangenehm, an ihn zu denken. Deshalb gibt es nur einen Weg, ihn zu vermeiden: Man muß ständig an ihn denken.

Und plötzlich ist es der letzte Tag vor Drehtag 1

Friday, November 2nd, 2007

Gerade eben hatten wir noch ewig Zeit um alles genauestens zu planen, noch Monate für die Vorbereitung. Und hast-du-nicht-gesehen ist man schon mittendrin im Stress.

Ein kurzer Blick auf die Uhr: 00:51 Uhr, kurzer Gedankensprung zur To-Do-Liste und dann ein kurzes Aufatmen:  “Könnte klappen, wird klappen,… klar klappts.”

Und jetzt gehe auch ich mal schlafen. Morgen ist noch einiges zu tun.

Drehgenehmigungen

Wednesday, October 24th, 2007

Ja sowas! Krieg ich doch heute einen Anruf “Wir haben übrigens die Genehmigung für Aidlingen.”

Das ist mir doch spontan einen Eintrag ins Blog wert. Wir haben alle Drehgenehmigungen beisammen. Und ich hatte es fast nicht mehr für möglich gehalten.

Jetzt müssen wir ja fast nichts mehr organisieren …:

  • kameraassistenten für ein wochenende
  • equipment leihen
  • storyboard fertig zeichnen
  • catering organisieren
  • szenenbild weiterbauen, holzplatten holen
  • reste des kostüms schneidern
  • komparsen finden, disponieren
  • geld zusammenkratzen

Bin mir sicher, dass da noch was fehlt… Aber die Liste ist schon bedeutend kürzer geworden.

Ich freu mich langsam auf den Dreh!

Die Welt von “Sinfonie eines Krieges”

Sunday, September 30th, 2007

Ausschnitte aus dem Storyboard von “Sinfonie eines Krieges”
Wir schreiben das Jahr 2061. Vor etwas mehr als 40 Jahren hat ein furchtbarer Krieg begonnen, der die Welt völlig gewandelt hat. Beinahe 10 Jahre wütete der Krieg mit brutalster Härte und zerstörte dabei fast alle industriellen und logistischen Strukturen. Ein riesiges Chaos war die Folge. Ein Chaos, das noch verstärkt wurde durch immer gravierendere Wasserknappheit.

Als die großen Weltmächte schließlich ihren letzten Ausweg in der Nutzung ihrer Nuklearwaffen sahen und mit 8 Milliarden Menschen 80% der Weltbevölkerung ausgelöscht wurden, begannen viele der Überlebenden mit einem organisierten Widerstand gegen die Herrschenden. Doch dieser Widerstand führte nicht wie gehofft zum Frieden. Als die Regierungen beseitigt waren, begannen die Reichen und Mächtigen ihre Besitztümer selbst zu verteidigen. Sie befestigten ihre Städte und bezahlten Söldnerheere um diese zu schützen. Die Aufständischen werden seitdem gnadenlos verfolgt um Angriffe im Keim zu ersticken.

Aus dem Aufständischen von damals wurden die Punks. Die Punks sind ein loser Verbund von paramilitärisch organisierten Widerständlern. Militante Anarchisten, Vertriebene und Verzweifelte. Sie sind der erklärte Todfeind der Söldner, aber fast keiner weiß mehr, für wen oder was er noch kämpft.

Die wenigen Menschen, die nicht kämpfen, stehen zwischen den Fronten. Sie hassen die Punks und fürchten die Söldner. Die Kinder werden mit ständiger Propaganda auf die eine oder andere Seite gezogen und zum Kampf gedrillt.

In dieser Welt sind Kampf und Leid Alltag. Erziehung, Liebe, Familie und eine sichere Zukunft sind Luxusgüter. Sie sind den wenigen vorbehalten, die sich hinter ihren Mauern vor der restlichen Welt verstecken können.

Science-Fiction-Endzeit-Kriegs-Kurzfilm was soll denn das sein?

Monday, September 17th, 2007

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Ja, wir haben uns wirklich ein verdammt aufwändiges Genre ausgesucht.

Eine Synopsis:

Wir treten ein in eine Welt der nicht allzu fernen Zukunft, die sich nach einem schrecklichen Krieg völlig gewandelt hat.
Kampf und Leid sind Alltag.
Erziehung, Liebe, Familie, Zukunft sind Luxusgüter und den wenigen vorbehalten, die sich hinter hohen Mauern vor der restlichen Welt verstecken können. Diese neue Oberschicht bezahlt Söldnerheere um ihren Wohlstand zu verteidigen und eine Illusion von Geborgenheit aufrecht zu erhalten.
Der erklärte Todfeind der Söldner sind die Punks. Die Punks sind ein loser Verbund von paramilitärisch organisierten Widerständlern. Militante Anarchisten, Vertriebene und Verzweifelte. Fast keiner weiß mehr, für wen oder was er noch kämpft.
Die Kinder werden mit ständiger Propaganda auf die eine oder andere Seite gezogen und zum Kampf gedrillt.
Die wenigen Menschen, die nicht kämpfen, stehen zwischen den Fronten. Sie hassen die Punks und fürchten die Söldner.

Wir sehen das Geschehen aus der Sicht eines Heranwachsenden aus den Reihen der Punks, der sich mit 12 Jahren für den Kampf entscheidet.
Mit den Jahren erkennt er jedoch, dass sich dadurch nichts ändert oder gar verbessert. Fast ein Jahrzehnt später erinnert er sich wieder an den Satz eines alten Freundes:
“Du kannst dich jederzeit entscheiden, nicht mehr am Krieg teilzunehmen. Du änderst damit nichts an der Tatsache, dass der Krieg da ist - aber du bist kein Teil mehr von ihm.”
Mitten im Kampf legt er die Waffe nieder.

Es ist durchaus gewagt, einen so großen Film mit einem so kleinen Budget machen zu wollen.

Ich erwarte vor allem einen Film mit einer besonderen Stimmung.

Aus allen Winkeln trieft die Trostlosigkeit. Zivilisation? War mal! Friede? Was ist das? Hoffnung? Brauche ich nicht, ich lebe sowieso nicht lange genug.

Entsättigte Farben, unruhige Kamera, harte Licht-Schatten-Kontraste, brutale Umgebungen und müde, unwirkliche Charaktere…

Das wird “Sinfonie eines Krieges”